Seit über 35 Jahren werden sie morgens Klock halbig ölben im Radio gemeldet: die plattdeutschen Nachrichten bei Radio Bremen.

Die ersten wurden gesendet, als Jimmy Carter Präsident der USA war und Walter Scheel Bundespräsident der BRD. Peinlichkeiten des späteres US-Präsidenten Bill Clinton umschrieben die plattdeutschen Nachrichten mit “Grabbelvisiten”, die des deutschen Präsidenten Wulff wurden per “Wischklöönkassen” einer Zeitung gemeldet.
Der besondere Reiz dieser Nachrichtensendung bei Bremen Eins: jegliche nachrichtliche Begebenheit muss in der Regionalsprache Platt wiedergegeben werden.

Radio BremenDie Sprache musste und muss allen technischen und gesellschaftlichen Neuerungen folgen, seien es nun sexuelle Verfehlungen oder die Kommunikation mit einem Smartphone.  Auf der anderen Seite können mit den Nachrichten regionale sprachliche Eigenheiten bewahrt werden, sei es nun die norddeutsche Bezeichnung “Peterwagen” für Polizeiauto oder der “Punkendiek” in Bremen, der Teil des Weser-Deiches, an dem früher die Punken (Prostituierte) flanierten.

In den 35 Jahren haben sich manche politische Konstellationen geändert, aber viele sind auch geblieben: So waren die damaligen Terroristen der RAF “för dull links” und die jetzigen oftmals “för dull islaamsch” und in jüngster Zeit auch leider wieder “för dull rechts”. Nur dass der Nahostkonflikt damals wie heute ein regelmäßiges Thema auch in den plattdeutschen Nachrichten ist, das hätten die Snacker sich damals wie heute anders gewünscht.

Radio BremenDie Nachrichten werden gesendet von Montag bis Freitag, 10.30 Uhr auf Bremen Eins (UKW in Bremerhaven 89,3)